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Streit um das Alter der Himmelsscheibe von Nebra: Neue Studie widerspricht der jüngeren Datierung

Wie alt ist die weltberühmte “Himmelsscheibe von Nebra” tatsächlich? Der Sensationsfund von 1999 soll, so die übliche Lesart der Archäologen aus Sachsen-Anhalt und ihrer Kollegen, etwa 3.600 Jahre alt sein. Wie berichtet (s. HIER und HIER und 1. Video unten) löste genau zu dieser Datierung im Herbst 2020 eine Studie eine Kontroverse aus. Nach dieser sei die Scheibe, die unweit von Nebra gefunden wurde, rund 1000 Jahre jünger. Ein Streit unter den Experten entbrannte und die verantwortlichen Archäologen widersprechen entschieden dieser neuen Einordnung der Himmelsscheibe.

Jetzt erschien eine weitere Untersuchung aller bekannten Fakten und Analysen der 32 Zentimeter großen Himmelsscheibe. Sie gibt den Archäologen in Sachsen-Anhalt Rückendenkung und legt dar, dass das Artefakt tatsächlich so alt ist. Denn in der Untersuchung von Professor Rupert Gebhard, Direktor der Archäologischen Staatssammlung in München München sowie Rüdiger Krause, Professor für Vor- und Frühgeschichte Europas an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main, wurde das Artefakt in die Eisenzeit datiert. Selbst der Fundort unweit der Ortschaft Nebra in Sachsen-Anhalt wurde von den Autoren bezweifelt.

Damit war der Heilige Gral der deutschen Archäologie von den Wissenschaftlern in den Schmutz gezogen worden. Kurz darauf veröffentlichten auch die Archäologen in Sachsen-Anhalt dazu eine Stellungnahme, in der die Arbeit von Gebhard und Krause abgelehnt wurde. Sie hätten, so die Kernaussage, falsche Daten und Ergebnisse für ihre Studie genutzt, wichtige Fakten übersehen und schlicht unsauber gearbeitet.

Dem stimmt jetzt eine neue Studie zu, die Ernst Pernicka sowie 12 weitere Autoren in “Archaeologia Austriaca” (Band 104 / 2020) veröffentlichten. Die 13-köpfige Forschungsgruppe um Pernick vom Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie in Mannheim weist in ihrer umfangreichen Untersuchung die Behauptungen von Gebhard und Krause entschieden zurück. Es stünde außer Frage, dass die “Himmelsscheibe von Nebra” tatsächlich am sogenannten “Mittelberg” nahe Nebra gefunden wurde, so die Autoren. Spuren von Kupfer und Gold in der umgebenen Erde um den Fund belegen demnach klar, dass die Scheibe und die anderen dort gemachten Funde genau hier über sehr lange Zeit im Erdreich lagen. Ebenso bestünde durch Metallanalysen an der Scheibe, an den Beifunden und im Erdreich der Fundstätte von 1999 kein Zweifel an dem Alter der Himmelscheibe von etwa 3.600 Jahren, unterstreichen Pernicka und seine Kollegen.

Hinzu kommen auch die Aussagen der Finder, die 1999 die Objekte mit ihren Metalldetektor fanden. An deren Wahrheitsgehalt bestünde auch kein Zweifel. Selbst von ihnen zurückgelassene Flaschen wurde bei späteren Nachtgrabungen dort noch vorgefunden.

Für die Wissenschaftler beweisen auch C14-Datierungen (Radiokarbondatierungen), die Herkunft des verwendeten Goldes und Kupfers sowie die Technik der Herstellung eindeutig auf die Bronzezeit um 1.600 vor Christus. Zu Beginn der Eisenzeit, aus der die Scheibe nach Ansicht von Gebhard und Krause in Wahrheit stammen soll, lag sie schon Jahrhunderte im Boden. Damit wäre das einmalige Funkstück eben nicht 1.000 Jahre jünger, wie die beiden in ihrem Bericht “Kritische Anmerkungen zum Fundkomplex der sog. Himmelsscheibe von Nebra” behaupteten.

Auch Pernicka teilen die Ansicht, dass Gebhard und Krause mit “unvollständigen und teilweise falschen oder verfälschend wiedergegebenen Daten” arbeiteten. Selbst die Zinn- und Bleiisotopenverhältnisse der Fundobjekte von Nebra entsprechen zahlreichen weiteren Funden aus der frühen Bronzezeit, so Pernicka und seine Kollegen in ihrer Studie. Zweifel an der Herkunft und dem Alter der Himmelsscheibe sowie der mit ihr gefundenen Objekte wie Schwerter und Schmuck seien deshalb unbegründet, resümieren die Wissenschaftler.

Videos zum Thema

Video vom 4. September 2020:

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Video vom 10. November 2019:

https://www.youtube.com/watch?v=kgWjhRErnrY
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Video vom 26. Februar 2029:

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