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Spektakuläre Wikinger-Funde in Norwegen: Forscher finden mutmaßliches Machtzentrum und ein Schiffsgrab

Sensationen aus der Wikinger-Zeit?

Sind norwegische Archäologen einer spektakulären Entdeckung auf der Spur?

Das zumindest vermuten Wissenschaftler der “Norwegian University of Science and Technology” (NTNU) mit Sitz in Trondheim nach der Auswertung von Bodenradarmessungen. Die geophysikalischen Daten wurden unweit der Gemeinde Bodø an der nördlichen Küste von Norwegen gewonnen und weisen darauf hin, dass hier ein einstiges Zentrum der Wikinger gelegen haben könnte. Mutmaßlich ein Machtzentrum einer einflussreichen und herrschenden Familiendynastie, wie die Universität mitteilte. Schon zuvor wusste man durch Luftbildaufnahmen, die unter anderem kreisrunde Strukturen zeigten, dass es hier archäologische Hinterlassenschaften geben muss.

Der Archäologe Arne Anderson Stamnes zeigte sich erstaunt über den Umfang der in der Erde liegenden archäologischen Spuren:

Unsere Ergebnisse enthielten Spuren von 15 Grabhügeln, und einer von ihnen scheint ein Bootsgrab zu enthalten. Sowohl die Größe als auch das Design der Grabhügel sind typisch für die Zeit von 650 bis 950 n. Chr. – das heißt, was wir die Merowingerzeit nennen und Wikingerzeit. Viele der Hügel sind groß. Der größte Grabhügel hat eine innere Dimension von 32 Metern und muss eine gewaltige Präsenz in der Landschaft gewesen sein.

Damit sei der gefundene Grabhügel einer der größten er ganzen Region, so der Archäologe. Auch das mutmaßliche Bootsgrab können sich als Sensation erweisen. Boote, die von den Nordmännern teilweise bei Bestattungen in der Erde versenkt wurden, sind der Archäologie war seit langen bekannt, aber die Funde sich relativ selten. Hier scheint ein ganzes Zentrum gewesen sein, für auch spricht, dass das Bodenradar bis jetzt 32 weitere Grabanlagen anzeigte. Ovale Gräber, bei denen es sich nach den ersten Einschätzungen von Stamnes auch um die Überreste von Häusern handeln könnte:

Ich habe einige meiner Kollegen gefragt, aber bisher bei anderen Ausgrabungen nichts Ähnliches gefunden. Daher ist es schwierig zu schließen, was es sein könnte. Die Form und die Tatsache, dass die meisten Gräben eine klare Ausrichtung mit dem kurzen Ende zum Meer haben – wahrscheinlich auch die dominierende Windrichtung – machen es wahrscheinlich, dass dies eine Art Hausfundament war.

Zentrum der Macht?

Sofern diese Deutungen zutreffen, waren diese “Häuser” nicht lange in Benutzung oder diese Orte wurden nur vorübergehend verwendet. Dafür spreche, dass keine Feuerstellen zu erkennen seien. “Vielleicht dienten sie als eine Art Marktstand” oder “Versammlungsplätze”, wie man sie von den isländischen Wikingern kennt. Auch der Archäologe Jørn Erik Henriksen betont, dass zu diesem Zeitpunkt alles nur Spekulation sei. Erst Ausgrabungen würden letztlich zeigen, um was es sich bei den Gruben und Strukturen wirklich handelte. Damit würde sich auch klären, was die ebenfalls im Erdreich gefundenen Einzelgruben sind. Von diesen wurden nicht weniger als 1.257 auf dem Gelänge nachgewiesen. Von Kochgruben von Bestattungen über Pfostenlöcher bis hin zu nichts Besonderem, könnte diese alles sein, so die Archäologen.

“Was wir sagen können ist, dass diese Gruben ein weiteres Zeichen dafür sind, dass dieses Gebiet voller menschlicher Aktivitäten ist”, so Stamnes. “Ich bin fasziniert von der Idee, dass es Stände geben könnte, die mit größeren Menschenmengen auf dem Gelände verbunden sind”, ergänzt auch der Archäologe Henriksen. Was aber war der Grund für eine Konzentration von Menschen an diesem Ort? Möglich sei, so eine schon länger diskutierte These, dass diese Region das unabhängige Gebiet eines Wikinger-Herrschers war. Eines Königs, Fürsten oder Häuptlings (wie immer man es nennen mag), der einer mächtigen Familienkaste angehörte, die hier ihr Zentrum hatte. “Die Ergebnisse haben jedoch in keiner Weise die Hypothese geschwächt, dass dieser Ort im Gegenteil das Machtzentrum“, betont auch Henriksen angesichts der neuen Forschungsergebnisse. Gleichzeitig fordert er aber, dass man mit solchen Interpretationen vorsichtig ist, solang nicht ähnliche Untersuchungen an anderen zentralen Orten in der Region durchgeführt wurden.

Zweifel, dass hier eine mächtige Familie lebte, bestünden allerdings kaum mehr. Die Anzahl und Größte der im Erdreich schlummernden Strukturen belegen dies. Stamnes:

Fünf der runden Grabdenkmäler haben einen Durchmesser von mehr als 17,5 Metern, wobei das größte etwa 32 Meter misst. Die langen Hügel sind zwischen 17,7 und 29 Meter lang. Der Bau so großer Gräber ist ressourcenintensiv, von daher ist es plausibel, dass die hier begrabenen Menschen sowohl lokal als auch regional große Macht und Einfluss hatten.

Was genau sich hier befand und ob hier tatsächlich ein Bootsgrab verborgen liegt, werden erst die kommenden Jahre zeigen.

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