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Papst Franziskus im Vatikan: „Auch Tiere beten zu Gott“

Im Rahmen seiner „Katechesen-Reihe über das christliche Gebet“ sprach Papst Franziskus bei seiner virtuellen Generalaudienz am 9. Dezember 2020 im Vatikan erneut über das Mysterium des Gebetes. Das „christliche Gebet ist zutiefst menschlich“, so Franziskus. Gleichzeitig aber würde die ganze Schöpfung, das gesamte Universum, beten, ist er in seiner Ansprache überzeugt. Ausnahmslos alles würde sich nach Gott sehnen. Franziskus wörtlich:

Wir Menschen teilen diese Anrufung, diese Bitte um Hilfe, mit der ganzen Schöpfung. Wir sind nicht die Einzigen, die beten in diesem gequälten Universum: Jedes Fragment der Schöpfung trägt in sich die Sehnsucht nach Gott eingeschrieben. So sagt es auch der heilige Paulus.“

Damit beruft er sich auf eine Aussage von Paulus, dem ersten Papst, aus dem Neuen Testament, in der es heißt.

Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung zusammen seufzt und zusammen in Geburtswehen liegt bis jetzt. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir die Erstlingsgabe des Geistes haben, auch wir selbst seufzen in uns selbst und erwarten die Sohnschaft; die Erlösung unseres Leibes.“ (Röm. 8,22f.)

Damit würde alles geschaffene, ob Mensch, Tier, Platze oder sogar Felsen, zu „seiner Vollendung drängen“, so der Papst. Dabei zitierte er den antiken christlichen Autoren Tertullian, der die oben zitierten biblischen Aussagen poetisch ausschmückte:

Jedes geschaffene Wesen betet. Auch die wilden Tiere beugen die Knie, wenn sie aus dem Stall herauskommen, dann haben sie den Kopf zum Himmel und bleiben nicht stumm, sondern sie lassen ihren Schrei ertönen. Sogar die Vögel, sobald sie fliegen können, schrauben sich hinauf in den Himmel und breiten ihre Flügel aus, als wären das Hände in Kreuzesformen. Sie zwitschern etwas, das wie Gebet wirkt.“

Es sei ein poetischer und „schöner Kommentar“ zu dem, was Paulus gesagt hat, so Franziskus weiter. Aber, so führt er weiter aus, die Tiere beten nicht wirklich bewusst zu Gott oder zu ihrem Schöpfer. Das können nur Menschen. „Wir wissen, dass wir uns an den Vater wenden. Wir können in einen Dialog eintreten.“ Vor allem das „Vaterunser“ sein eine Form dieses „Dialog“ mit Gott, der alle Bitten und Gebete hören würde. Auch die „gestammelten“ oder die „Schreie“ an ihn. Eben wie auch die Schreie der Tiere. Man müsse nur warten und Geduld haben, biss die „Antwort“ auf diesen „Dialog“ kommt, damit wir sie „nicht verpassen“.

Nimmt man diese Aussagen von Papst Franziskus aus dem religiösen Kontext heraus, wird es bei derartigen kühnen Thesen wohl mehr als problematisch! Nicht nur, dass dieser „Dialog“ eigentlich nur ein „Monolog“ ist. Und wäre er ein wirklicher Dialog, ein Austausch zwischen den Welten oder auch Gott und Mensch, hätten wir das, was man Prophet nennen kann. Eine Person, die mit Gott „spricht“ und seine Stimme hört. Oder aber einen “Kontaktler“, der angeblich spirituell und/oder physisch Botschaften, Antworten und „Weisheiten“ von Außerirdischen bekommt. Alternativ Engel, „spirituelle Meister“, Jesus oder von wem auch immer diese Stimmen kommen sollen. In beiden Fällen wäre es heute problematisch, um es so zu formulieren. Angehörige oder Freunde dieser Dialogführenden Personen würden wohl schlicht sagen: „Spinner!“ Da können Gläubige froh sein, dass deren Dialog nur ein Monolog ist, und die Antworten jeden Tag, nicht nur Ostern oder Weihnachten, wie Papst Franziskus in seiner Generalaudienz betont, kommen könne. Wie genau, sagte er nicht. Wenn man „die Ohren voll von anderen Lärm“ habe, verkündet er weiter, dann könne man allerdings auch „den Ruf des Herrn nicht hören“. Damit unterstreicht er, dass der Dialogsuchende oft nicht bemerkt, „dass der Herr nahe ist“ und an der Tür klopft, so dass wir ihn „vorbeigehen lassen“.

Genaue Erklärungen, wie er sich als Oberhaupt der katholischen Kirche „betende Tiere“ vorzustellen haben, lieferte er seinen Gläubigen nicht. Für Katholiken sicher eine etwas verstörende Lehre ihres obersten Behüter des Glaubens, denke ich. Warum sollten Tiere unbewusst durch ihr natürlich Verhalten den Schöpfer anbeten? Für oder um was sollen sie beten, für die Erlösung von der angeblichen „Erbsünde“? Immerhin können die Anhänger und Gläubigen der Kirche ganz bewusst von sich selbst heraus das Monolog-Gebet zu ihrem Gott suchen. Die zitierte Aussage von Paulus könnte man dennoch – wie es eben auch der Papst tat – tatsächlich in dem Sinne interpretieren. Als Sehnsucht der Schöpfung inklusive der Tiere, die sich dieser „Sehnsucht“ hingegen nicht bewusst sind, nach „Erlösung“ …

Tatsächlich sind die beiden Verse in der Vergangenheit sehr oft Gegenstand diverser Deutungen, Auslegungen und Spekulationen in der Bibelwissenschaft gewesen. Wie eigentlich jede Aussage der Bibel. So schrieb schon Hermanus Cornelis Voorhoeve in seiner Analyse des Brief an die Römer in „Botschafter des Heils in Christo“ 1861 zu dieser biblischen Aussage:

Ihre Befreiung aber wird durch die Ankunft des Christus bewirkt, wenn Gott alle Dinge in Ihm, als unter einem Haupt, vereinigen wird, und dann ist sie von dem Fluch erlöst.“

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