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400.000 Euro für das Ringheiligtum Pömmelte – und eine Investitionen in die Zukunft

Heiligtümer der Steinzeit

Kreisgrabenanlagen, Steinkreise, Kreisbauten und Ringwallanlagen stehen auf der ganzen Welt. Zum Teil reicht ihre Erbauung dabei bis in die frühe Steinzeit zurück und sie haben an einigen Orten ein Alter von rund 5.000 oder sogar 8.000 Jahren. Andere kreisförmige Bauten sind dabei nochmals 4.000 oder mehr Jahre älter und reichen bis in die Anfänge der menschlichen Kultur zurück. Ein kreisförmiges Ringheiligtum, über das ich in diesen Vortrag HIER und diese YouTube-Video HIER bereits berichtete, sprengt dabei mit einem (offiziellen!) Alter von rund 170.000 Jahren vollkommen den Rahmen des fassbaren!

Auch in Deutschland gibt es derartige Anlagen, wenn auch ungleich jünger. Das 2005 rekonstruierte „Sonnenobservatorium von Goseck“ mit einem Durchmesser von ca. 70 Metern ist dabei das bekannteste Beispiel. Ein Bauwerk aus Holzpfählen, das in der mittleren Steinzeit vor etwa 6.900 Jahren erbaut wurde. Aufgrund der einfachen und primitiven Bauweise aus Holz ist es mit anderen Ringanlagen, die mit tonnenscheren Megalithen errichtet wurden, aber nicht direkt zu vergleichen.

Eine weitere Anlage dieser, die ebenso wie die Kreisanlage Goseck das Wissen und den Kult um die Sterne und den Himmel unserer Ahnen belegt, ist die „Ringheiligtum Pömmelte“ bei Zackmünde unweit von Magdeburg. Ebenfalls ein einfaches Heiligtum aus Holz mit einem Durchmesser von 115 Metern, das erst ab 2005 entdeckt wurde. Auch diese Kreisgrabenanlage wurde rekonstruiert und vermittelt den Besuchern einen Eindruck der dortigen „Kulthandlungen“ vor rund 4.500 Jahren. Hier belegen archäologische Ausgrabungen ebenso, dass die Anlage von Pömmelte jahrhundertelang als „Kultzentrum“ verschiedener Kulturen genutzt wurde. Wie diese „Kulte“ und „Zeremonien“ einst aussahen, wissen wir heute nicht. Die Religion oder der Glaube dieser Zeiten ist uns heute fremd. „Kulthandlungen“ zu Ehren des Mondes, der Sterne, der Sonne, der Ahnen, der Natur, Kalender oder auch der Wiedergeburt und Zyklen des Lebens werden hinter diesen archaischen Kulturen und ihrem Glauben vermutet.

Für Touristen ist die 2015 rekonstruierte Anlage ein beliebtes Ausflugsziel geworden. Hier kann man „hautnah“ die Steinzeit erleben und ergehen. Allein in den ersten fünf Monaten 2020 besuchten 30.000 Menschen die Kreisgrabenanlage, was das wachsende Interesse an  den Spuren der frühen Vergangenheit beweist. Was auch für die Archäologie gilt, die im Umfeld des Heiligtums weiterhin Grabungen durchführt und auch immer wieder auf spannende Funde stößt. Wie jüngst deutsche und britische Forscher, die dort auf die Reste von dutzenden Häusern stieß. Mindestens 4.000 Jahre alt.

Um das Areal weiter für Besucher attraktiv zu machen und die Erforschung des Bauwerkes weiter zu fördern, haben die verantwortlichen Archäologen weitreichende Pläne. Wie die neu entdeckten Funde zweigen, ist rund um die Anlage noch lange nichts alles entdeckt, erforscht ausgegraben. Was zugleich aber auch für andere Kreisanlagen dieser und ähnlicher Art gilt, inklusive Goseck. Harald Meller Landesarchäologe von Landes Sachsen-Anhalt in Halle, sagte schon im Januar 2020, dass es in Pömmerte noch sehr viel auszugraben gäbe. Er vergleicht die Anlage immer wieder in einem Atemzug mit der Megalithanlage Stonehenge in England, die auf einen ähnlichen (wenn nicht identischen) Kult wie Pömmerte beruht. Dort sei aber „seit dem 18. Jahrhundert alles umgewühlt“ worden, bei der Ringanlage Pömmelte aber längst noch nicht.

Meller selbst macht in den letzten Monaten Schlagzeilen um ein anderes Heiligtum der Region. Um die „Himmelsscheibe von Nebra“, die er von rund 20 rettete, und über dessen Alter und Herkunft ein Streit unter den Gelehrten entbrannt ist (dazu HIER).

Da es in und um Pömmelte noch viel zu entdecken gibt, zeigt sich der Bund jetzt spendabel und möchte gleichzeitig mit einer Finanzspritze auch den touristischen Ausbau der heiligen Stätte fördern. Dafür wurden 400.000 Euro Fördergelder bereitgestellt, wie die „Deutschen Presse-Agentur“ am 27. November meldete. Alfred Reichenberger, stellvertretender Landesarchäologe und Pressesprecher, freut es:

Es geht um die wissenschaftliche und touristische Erschließung des Areals. Mit den Mitteln können jetzt Multimedia-Anwendungen, 3-D-Scans der Funde sowie Apps für Touristen entwickelt werden.“

Gerade die genannte 3-D-Scans der entdeckten Artefakte sind dabei für viele Archäologen von besonderem Interesse. Schon vor Jahren hat beispielsweise die Universität Münster eine Technologie entwickelt, mit der archäologische Fundobjekte dreidimensional gescannt und als Hologramm dargestellt werden können. Auch diese Technologie wäre hier denkbar. Die Entwickler aus Münster nutzen in ersten Versuchsreihen beschriftete Tontafeln aus Mesopotamien, die sie als Hologramme „einscannten“. Wissenschaftler aus der ganzen Welt könnte über das Internet anhand dieser Darstellungen entsprechende Objekte erforschen, analysieren und wenn nötig übersetzten. Ohne jedwede Beschädigung und in einer Detailgenauigkeit, die buchstäblich jeden Krater zeigt.

Keine Technik für Besucher von Pömmelte. Doch multimediale Anwendungen, die den Interessierten mehr über die besuchte Stätte sagen und diese in detaillierten Scans präsentieren, wären auch für Touristen attraktiv. Ein Zusatzangebot via Applikation auf dem Smartphone zu den althergebrachten aber bewährten Informationstafeln.

Videos zum Thema findet Ihr HIER.

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