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Elfen, Alben, Feen, Elben & Co.: Alles andere als liebevolle Lichtwesen mit Flügelchen

Die schöne Welt der schönen Elfen

In den modernen Fantasywelten, in Kino, (Rollen)Spielen und Literatur, sind sie eigentlich nicht mehr wegzudenken: Die Elfen. Ein Volk von fremden Wesen, das liebevoll und naturverbunden in Koexistenz zu den Menschen lebt. Oftmals dargestellt als helle Wesen des Lichts, von kleinem Wuchs und gerne auch mit Flügelchen auf dem Rücken. Geradezu zerbrechlich sind sie diese Elfen in vielen Vorstellungen. Eine Spezies von Naturgeistern, die fast ausnahmslos als gute Wesen dargestellt werden. Wohl kaum jemand kennt nicht das vorherrschende Bild von diesen Elfen, die teilweise sogar mit christlichen Engeln verglichen oder in direkten Zusammenhang gebrachte werde. Gerne auch als weibliche Figuren.

Diese Wesen haben in der Mythologie Europas viele Namen. Elfen hat sich aber im öffentlichen Bewusstsein weitestgehend durchgesetzt. Andere Namen sind Elben, Alben, Elbe oder sogar Kobolde und schlicht Zwerge. Je nach Region weichen ihre Namen teilweise sehr von einer ab. Auch sind die Übergänge zu anderen Wesen der Anderswelt nicht selten fließend. Kaum ein einheitliches Bild lässt sich anhand von Mythologien und Sagen über diese Kreaturen finden. Sagenforscher sind allerdings sicher, dass Elfen & Co. ihren Ursprung in der heidnischen Mythologie haben. Vor allem aus Nordeuropa, wo schon in der Edda von Alben des Lichts es und der Dunkelheit gesprochen wird. Christliche Einflüsse haben diese nordischen Mythen mehr oder weniger verfremdet. Zumindest trugen diese nicht unwesentlich zu dem heutigen, verfälschten Bild und Verständnis solcher vermeintlichen „Lichtwesen“ bei. Ganz ähnlich wie beim Mythos der biblischen „Engel“, deren heutiges Bild ebenfalls nicht mehr den ursprünglichen Überlieferungen entspricht. Im Gegenteil sogar, wie in diesem Artikel HIER dargelegt.

Schon allein die Tatsache, dass über Alben, Elfen usw. in der Märchen- und Sagenwelt und nordischen Mythologie gesagt wird, dass es „Lichtelben“ und „Dunkelelben“ gibt, ist kaum mehr bekannt. Demnach waren offensichtpich nicht alle Wesen dieser Art die schönen (weiblichen) Flügelwesen der Populärkultur und Fantasywelt von heute! Und genau das schildern auch Märchen und Sagen über diese Wesenheiten. In diesen wird sogar vielfach vor ihnen und ihrem Treiben gewarnt.

Etwas Erstaunliches wird beispielsweise über das Huldenfólk gesagt, wie Elfen unter anderem auf Island genannt werden. Auf dieser Insel im hohen Norden ist in einigen Teilen der Mythos über ein solches Volk noch lebendig. Auch in Teilen Norwegens und auf den färöischen Inseln kennt man diese Wesen unter den Namen Huldenvolk. Diese „en hulder“ bedeutet wörtlich „die Verhüllten“, was sicher auf ihre verborgene Existenz anspielt. So dokumentierte schon 1892 der Sagenforscher Otto Jiriczek in der „Zeitschrift für Volkskunde“ über das „Huldervolk“ auf den Färöer:

Sie sind von großem Wuchse, die Kleider sind ganz grau, das Haar schwarz; ihre Wohnsitze sind in Hügeln, sie heißen auch Elfen (…) Sie leben wie andere Leute, rudern aus, haben Schafe und Rinder, welche unter den anderen Rindern auf der Weide herumgehen. Die Huldern können sich selbst und das, was sie besitzen, für Menschen unsichtbar machen, und deshalb sagt man oft von etwas, das man vermisst, dass die Hulder es versteckt hat.“

Die Elfen: Das gemeine Volk

Das entspricht kaum mehr dem Bild von Elfen, das heute kursiert. Große Wesen mit schwarzen Haaren und grauer Kleidung, die sich unsichtbar machen konnten und Landwirtschaft betrieben? Lediglich das Attribut des „Unsichtbarmachens“ wird ihnen heute noch nachgesagt. Ganz verstörend wird es aber bei ihren weiteren Eigenarten und Taten:

Sie nehmen gern kleine Kinder, die ungetauft sind, aus der Wiege und legen dafür die ihrigen in dieselbe, aber diese werden dann (…) Wechselbälge unter den Menschen. Oft verschwinden kleine Kinder, welche draußen allein gehen, und da ist es das Huldervolk, das mit ihnen davon gefahren ist; sie werden zuweilen weite Wegstrecken entfernt von den Wohnsitzen wieder gefunden und haben dann erzählt, dass ein großer Mann ihnen Speise gebracht habe, während sie fort waren.“

Sie entführen Kinder? Diese Wechselbälge sind ein ganz eigener Bestandteil der Sagenwelt. Zugleich einer der unheimlichsten, für die diese Elfen verantwortlich gemacht wurde. Aber auch Feen, Gnome, Zwerge und andere Bewohner einer fremden Welt. In diesen Erzählungen heißt es, dass diese Kreaturen Babys aus der Wiege stahlen und gegen ihre eigenen austauschten. Nicht selten wurden diese dann nach einiger Zeit wieder angeholt. Fast immer waren sie „hässlich“ oder „missgestaltet“. Sie hatten es aber nicht nur auf Kleinkinder abgesehen, sondern, wie es oben ebenso erwähnt wird, auf ältere Kinder. Auch diese wurden von diesem Volk verschleppt. Doch sicher war eigentlich niemand vor diesen fremden Gestalten. So heißt es über die Frauen dieses Volkes:#

Die Huldermädchen fassen oft Liebe zu Kristenburschen und versuchen daher sie zu verführen und an sich zu ziehen. Gehen diese hinaus in die Öde und sind durstig und müde, so öffnet sich der Hügel und eine Jungfrau kommt heraus, um ihnen einen Trunk zu bieten, Bier oder Milch; blasen sie da nicht den Schaum von oben ab, so trinken sie sich Vergessenheit, denn in ihm liegt der Zauber, und damit verzaubern sie sie, bekommen Gewalt über sie und nehmen sie mit sich in den Elfenhügel.“

Unheimlich, was über dieses nur scheinbar so liebvolle Volk gesagt wird. Diese Entführungen in „Elfenhügel“ wiederum sind vielfach in der Folklore anzutreffen. Nicht nur von Elfen, sondern von einer ganzen Reihe von Sagengestalten sollen Menschen in diese fremden Welten verschleppt haben. Meist ging es ihnen dabei aber recht gut. Nach ihrem Aufenthalt dort bemerkten sie allerdings bei der Rückkehr in ihre Welt, dass etwas nicht zu stimmen scheint. Die Zeit war während ihrer Abwesenheit anders verlaufen. Entweder dachten diese Menschen, dass sie Wochen bei diesen Wesen verbrachten, und dann bemerkten sie, dass nur einige Stunden in ihrer Welt vergingen, oder umgekehrt. Heute würde man das wohl Zeitdilatation nennen. Eine „Dehnung“ oder „Verschiebung“ der Zeit. Eine Entführung in die Anderswelt der Fremden, verbunden mit einer anderen Raumzeit oder Wahrnehmung derselben.

Unheimliches Elfen-Reich

Selbstverständlich gibt es verschiedene Variationen solcher Erzählungen mit „Kindesraub“ oder „Besuchen in der Anderswelt“. So etwa kursieren Sagen darüber, dass Frauen (zum Teil Hebammen) von anderen Wesen entführt wurden, damit diese im Reich der Fremden deren Kinder versorgen. Entweder sollen diese Menschenfrauen beispielsweise bei der Geburt eines Elfen- oder auch Zwergenbabys helfen, es stillen oder füttern oder dem kleinen Kindlein nur einen Namen geben. Nach getaner Arbeit werden diese Menschen dann wieder in ihre Welt entlassen und können gehen.

Eine interessante Sage auf Island weiß dazu folgendes zu berichten: Eine Bauersfrau in dem Gemeindebezirk Hvamms hielt sich eines Abends einsam und alleine in dem Vorratshaus ihres Hofes auf, als sie plötzlich sehr sonderbaren Besuch bekam. Ein unbekannter Mann, ein Elfenmann, kam herein, nahm sie bei der Hand und brachte sie in eine einsame und abgelegene Moorgegend zu einem rätselhaften Felsen. Es heißt weiter in dem sagenhaften Märchen:

Der Felsen war offen, und sie gingen hinein. Dort lag eine Frau in Kindesnöten und war sehr krank. Der fremde Mann führte die Bäuerin an ihr Bett und sprach: ,Dies ist meine Frau, und sie liegt in Kindesnöten; sieht nur zu, ob du ihr nicht helfen kannst.’

Die Frau stand ihr bei, da gebar jene ein Kind; die Bäuerin wusch und wickelte es. Da reichte ihr die Huldenfrau einen Stein von schwarzer Farbe und hieß sie, damit die Augen des Kindes zu bestreichen.“

Was diese Sage am Schluss behauptet, ist nicht minder sonderbar, wie die Grundaussage an sich. Was war das für ein Stein und warum benötigen Elfen die Hilfe von Menschen? Ist es heute nicht eher umgekehrt, also dass Elfen und ähnliche Gestalten den Menschen helfen oder sogar Wünsche erfüllen sollen?

Ein weiteres Märchen aus Irland, das 1886 von dem bekannten Märchenforscher Karl Knortz veröffentlicht wurde, ist nicht weniger verstörend. In diesem heißt es über die Elfen, dass nachts in einem Zimmer „grün-, gelb- und weiß-gekleideter Zwerge“ erschienen, „die um die Mutter einen Tanz aufführten und sie dann mit fort nahmen“. Sie war nirgendwo mehr zu finden und niemand wusste um ihr Schicksal. Bis sich eine Zeugin bei dem Familienvater meldetet. Sie berichtete, dass sie von einem Elfenmann in „ein großes Schloss“ verschleppt worden sei, wo sie bei der Geburt eines Elfenkindes helfen musste. Danach gab er ihr „eine Flasche mit einer grünen Flüssigkeit, um das Kind damit einzureiben“, von der sie versehentlich etwas ins Auge bekam. Die Substanz habe ihr große Schmerzen bereitet und erst danach konnte sie wieder gehen. Dabei traf sie zufällig die vermisste Frau, die sich in der Gewalt der Elfen befand. „Ich bin hierher geholt worden, um das Kind des Feenkönigs zu säugen“, klagte die Entführte. Doch sie könne in wenigen Tagen befreit werden, da dann „die hiesige Elfenschaar nach dem Hofe der Feen“ reisen werde. So geschah es auch, und wie angekündigt „kam der Zug der Elfen vorbei“ und ihr Ehemann konnte sie retten.

Kinderstehlende Wesen

„Stets ist es gefährlich, sich mit diesen Wesen, die nicht von Menschenart sind, denen keine Seele zu eigen ist, einzulassen, ihnen wohl gar in ihre Behausungen zu folgen“, warnt sogar eine Sage aus Österreich. „Es sind zumeist die schwarzen Zwerge (…) die sogar die Menschenkinder aus den Wiegen stehlen und dafür ihre eigenen, hässlichen Wechselbälger hineinlegen“, heißt es darin mahnend weiter. In Norddeutschland wird gewarnt:

Bei einem neugebornen Kinde ward gewacht, ehe es die Taufe empfangen hatte, aus Furcht, die Unterirdischen könnten es umwechseln.“

Was nicht nur für Neugeborene gilt, wie es eine weitere Sage von dort bemerkt:

Auf Frauen und Mädchen muss man wachsame Augen haben, damit sie nicht von den Unterirdischen gestohlen werden. Einmal hätten die Zwerge beinahe ein Frau aus Keitum geraubt.“

Gerne sieht man in Elfen und ihren Artgenossen lediglich Naturgeister. Abergläubische (christliche) Menschen haben nordische Mythen und die Erinnerungen an die versunkenen, „heidnischen Ureinwohner“ mit den Kräften der Natur zu einer ganz eigenen Welt der Sagen geformt. Ein Umstand, der sich durchaus in vielen Erzählungen wiederspiegelt. In diesem werden Elfen, Zwerge, Riesen oder auch Feen in direktem Zusammenhang mit der christlichen Theologie gesetzt. Gerne in dem Sinne, dass etwa Zwerge und Elfen von Gott verstoßen sind oder sich nicht mehr selber Fortpflanzen können. Natürlich auch, dass sie dem Reich des Teufels angehören. Ihnen droht auch das Ende ihrer Spezies, weshalb sie sich Kindern von Menschen bedienen müssen. Über ein „wundersames Geschlecht vom Volke Elfen“ heißt es in Bayern, dass dieses überall in Natur und vor allen den Bergen und Tälern leben würde. Allerdings meist unsichtbar. „Die Elfen dieses Gebirges sollen zarte Jungfrauen gewesen sein, verläugnete Kinder des ersten Menschen, die vor dem Angesichte des Herrn in die Berge fliehen mußten“, überliefert die Sage. Demnach wären es mehr oder weniger uneheliche Kinder von Adam und Eva aus der Bibel. Dass man die biblische Lehre des Gutes und des Bösen, des Lichts und der Dunkelheit, mit nordischen Mythen von göttlichen und ungöttlichen Kreaturen vermischte, klingt zum Teil einleuchtend. Schon Karl Rosenkranz schrieb 1829 in „Das Heldenbuch und die Nibelungen“:

Von den Vanen stammen die Alfen (Elfen), welche sich in Licht- und Schwarzelfen theilen, von denen jene zarte Geister der Luft, diese der Gewässer sind.“

Es ist aber ein weiter Weg von christlichen Lehren und skandinavischen oder heidnischen Mythen zu der Welt der boshaften Elfen oder Zwerge der Anderswelt. Direkte Parallelen gibt es augenscheinlich nicht. Raub und Entführungen von Kleinkindern, Frauen und Männern sowie all die anderen Untaten und seltsamen Verhaltensweisen, die man diesen Geschöpfen nachsagt, habe keine Entsprechungen in biblischen Texten. Zumindest keine eindeutigen und auf den ersten Blick erkennbaren.

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